Münchener Kammerorchester

02. Juni, Donnerstag 2016, 15:46

Eine außergewöhnlich kreative Programm­gestaltung in Verbindung mit der in kontinuierlicher Arbeit gewachsenen Homogenität des Klangs: das Münchener Kammerorchester präsentiert sich heute als Modellfall in der deutschen Orchesterlandschaft. Die Programme des mko konfrontieren Werke früherer Jahrhunderte assoziativ, spannungsreich und oft überraschend mit Musik der Gegenwart. Mehr als siebzig Uraufführungen hat das Kammerorchester in den letzten 20 Jahren zu Gehör gebracht. Komponisten wie Xenakis, Rihm, Czernowin und Widmann haben für das Kammerorchester geschrieben; allein seit 2006 wurden Aufträge u.a. an Erkki-Sven Tüür, Thomas Larcher, Mark Andre, Georg Friedrich Haas, Salvatore Sciarrino, Pascal Dusapin und Tigran Mansurian vergeben.

Die 28 fest angestellten Streicher sind zu einem Ensemble gewachsen, das über eine enorme stilistische Vielseitigkeit verfügt. Agil schalten die Musiker von historisch informierten Interpretationen barocker und klassischer Werke auf die anspruchsvollen Spieltechniken zeitgenössischer Musik um. Im Zusammenwirken mit einem festen Stamm erstklassiger Solobläser aus europäischen Spitzenorchestern profiliert sich das mko auch als schlank besetztes Sinfonieorchester, das dank seiner besonderen Klangkultur auch in Hauptwerken Beethovens, Schuberts oder Schumanns interpretatorische Maßstäbe setzen kann. Namhafte Gastdirigenten und eine Phalanx herausragender internationaler Solisten sorgen regelmäßig für weitere künstlerische Impulse.

1950 von Christoph Stepp gegründet, wurde das mko von 1956 an über fast vier Jahrzehnte von Hans Stadlmair geprägt. 1995 übernahm Christoph Poppen die Künstlerische Leitung und begründete das unverwechselbare dramaturgische Profil des Klangkörpers, das von seinem Nachfolger Alexander Liebreich ab 2006 weiter geschärft wurde. Ab Herbst 2016 wird Clemens Schuldt neuer Chefdirigent des mko.